Ach, lieber Gott, in diesen Tagen wollen wir Dich etwas fragen:
Du hast doch einst auch uns erschaffen. Doch Menschen nehmen ihre Waffen und schießen uns über den Haufen, wenn flink wir durch die Wälder laufen.
Im Wasser, in der Luft, zu Lande verfolgt uns diese Menschenbande.
Dann geh ́n sie in die Kirche beten. Sag lieber Gott, ist das denn zu vertreten?
Besonders jetzt zur Weihnachtszeit ist ganz entsetzlich unser Leid.
Sie morden uns, ob groß, ob klein. Soll dies das „Fest des Friedens“ sein?
Millionen Tiere werden geschlachtet, statt dass man unser Leben achtet.
Sie sagen: „Gott hat es erlaubt, dass man das Leben raubt!“
Hast Du, oh Gott, denn nicht bedacht, als Du uns damals hast gemacht,
dass wir auch leidensfähig sind – genau wie Frau und Mann und Kind?
Warum sind die Menschen nur so schlecht? Gabst du ihnen wirklich dieses Recht?
Sie sperren uns in engen Stall und mästen uns, bis wir ganz drall.
Oft angebunden, ohne Licht. Sie sehen unsre Tränen nicht.
Sie setzen uns auf Gitterrost, bei Hitze, Kälte und auch Frost
bis unsr’e Füße ganz zerschnitten. Da hilft kein Klagen und kein Bitten.
Dann werden aus dem Stall wir getrieben mit Elektroschock und festen Hieben.
Ins Schlachthaus zerrt man uns hinein und hängt uns auf an einem Bein.
Dann werden wir erstochen Oh Gott – was haben wir verbrochen?
Das Fell zieht man uns um die Ohren, sag, lieber Gott, sind wir dazu geboren?
Nur zu ertragen Not und Pein? Das kann doch nicht Dein Wille sein!
Wir möchten keine Mäntel werden, wir wollen leben hier auf Erden!
Kein Mensch kann unser Leid ermessen. Hast Du uns, lieber Gott, total vergessen?
Du bist allmächtig, lieber Gott. Drum hilf uns bitte aus der Not.
Sag doch den Menschen hier auf Erden, sie sollen menschlich endlich werden.
Nimm die Waffen schnell aus ihrer Hand, gib Ihnen bitte mehr Verstand,
damit sie uns nicht mehr so quälen und uns unser einzig Leben stehlen.
Verbiete ihnen, uns zu jagen, in Fallen fangen, zu erschlagen.
Sie sollen über unser Leid nicht lachen und auch Versuche nicht mehr machen.
Und sag vor allem jedem Kind, dass wir Mitgeschöpfe sind.
Und erst, wenn jeder Mensch uns liebt, dann wissen wir, dass es Dich gibt.
Alles Lebendige ist untrennbar miteinander verbunden. Opfer dieser Gewalt ist letztendlich der Mensch.
Viel Friede in dieser Zeit wünscht: Kohl Christine